Destination MAHÜ 10‑18 Wien

Was die neue Quartiersentwicklung MAHÜ 10-18 Wien in der Mariahilfer Straße Wien konkret in Bezug auf Nachhaltigkeit leistet.

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Destination MAHÜ 10-18 Wien

In der Mariahilfer Straße mitten in Wien entsteht mit MAHÜ 10-18 Wien ein neues Warenhaus samt Lifestyle-Hotel mit einem ca. 1.000 m2 großen Park auf dem Dach. Der Dachpark wird dabei öffentlich für alle zugänglich sein und schafft in einem von Überhitzung stark betroffenen, dicht verbauten und versiegelten Bezirk von Wien zusätzliche wertvolle Grünflächen für Alle. Doch was leisten die Gebäude & deren Freiräume hinsichtlich Klimaresilienz, Nachhaltigkeit und Ökologie konkret?

Um diese Frage präzise beantworten zu können, wird die Quartiersentwicklung bis zur geplanten Eröffnung im Herbst 2024 im Planungs- und Bauprozess mit GREENPASS begleitet, optimiert und mit dem weltweit einzigartigen Zertifizierungsstandard für Klimaresilienz auch offiziell zertifiziert.

<p class="gp-blog-image-legend">KUHLIO Frankfurt | kühlt urbane Hitzeinsel | (C) GREENPASS</p>
GREENPASS ist das weltweit 1. Software-as-a-Service (SaaS) Planungs-, Optimierungs- und Zertifizierungstool für klimaresiliente Stadtplanung und Architektur. Dabei werden die Umweltauswirkungen von Immobilien und Freiräumen hinsichtlich sechs Themenfeldern – Klima, Wasser, Luft, Biodiversität, Energie und Kosten – anhand von 28 Schlüsselindikatoren und 20 Bonusindikatoren umfassend bewertet, analysiert und optimiert.
klimatfit für alle
Abkühlung der Umgebung
öffentlicher Zugang zum Dachpark
Mit Hilfe des internationalen Zertifizierungsstandards können Bauvorhaben vom ersten Entwurf bis hin zur Detailplanung und Umsetzung begleitet werden. Die im Rahmen der Zertifizierung erstellte simulationsbasierte Analyse und Bewertung ist ein wissenschaftlich entwickeltes standardisiertes Prüfverfahren für Klimaresilienz von Gebäuden und Freiräumen. Übergeordnetes Ziel von GREENPASS ist die Aufenthalts-, Nutzungs- und Lebensqualität im Projektgebiet nachhaltig zu verbessern und angesichts der Folgen des Klimawandels langfristig sicherzustellen. Im Zentrum der Zertifizierung steht die Projektoptimierung, um die bestmögliche Klimaresilienz und Lebensqualität zu erwirken.

Aktuell liegt der MAHÜ 10-18 Wien Vorentwurf mit einem Gesamt­erfüllungsgrad von 75% auf GREENPASS GOLD Kurs.

In einem ersten Schritt wurden dabei mit der GREENPASS Software digitale Simulationsmodelle für die Planung, die Bestands­situation und die sogenannten Referenz­szenarien Worst Case (keine Pflanzen) sowie Best Case (sehr viele Pflanzen) erstellt und analysiert.

Dies ermöglicht einerseits einen Vergleich der Planung mit dem Bestand. Andererseits wird durch die Referenzszenarien die minimale und maximale Klimaresilienz definiert und kann die Planung in Bezug dazu gesetzt werden. Kurzum, es wird gezeigt, wie gut die Planung im Vergleich funktioniert und in welchen Bereichen Optimierungspotenzial besteht.

In Summe zeigt MAHÜ 10-18 Wien eine deutliche Verbesserung gegenüber der Bestandssituation zuvor. Die Key Performance Scores (KPS), Abluftstrom (TLS), Thermischer Komfort (TCS), Thermische Speicherfähigkeit (TSS), Abflussbeiwert (ROS) und CO2 Speicherung (CSS), sind besonders relevante Indikatoren bzw. Schlüsselwerte für die Klimaresilienz von Immobilien sowie Freiräumen.

Der Thermische Abluftstrom gibt an, ob die umgebende Nachbarschaft durch das Projekt erhitzt oder abgekühlt wird. MAHÜ 10-18 Wien kühlt dabei die Luft an einem Hitzetag über 24 Stunden im Durchschnitt gegenüber dem Bestand ab.

Zur heißesten Tageszeit um ca. 15 Uhr wird die Nachbarschaft durch die vielen neuen Pflanzen bereichsweise um bis zu -0.4°C Lufttemperatur auf Bodenniveau gekühlt.

MAHÜ 10-18 Wien trägt somit aktiv und positiv zum Stadtklima bei.

Modell

Für Menschen stellt der thermische Komfort die zentrale und wichtigste Größe für Aufenthaltsqualität dar.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Lufttemperatur, sondern eine Mischung aus Sonne, Wind und Luftfeuchte, die wir Menschen zur sogenannten gefühlten Temperatur interpretieren, und zwar individuell je nach Alter, Geschlecht unterschiedlich. Die gefühlte Temperatur lässt sich aus Simulationsdaten berechnen und wird für ein Projektgebiet als Thermischer Komfort Wert angegeben.

Das Gebäudeensemble MAHÜ 10-18 Wien weist im Sommer über den Tagesverlauf großflächige Bereiche mit hohem Wohlbefinden für uns Menschen auf. Die gefühlte Temperatur wird im Sommer durch die Pflanzen und Beschattung auf der Dachterrasse spürbar kühler wahrgenommen und sorgt für einen hohen thermischen Komfort bzw. Aufenthaltsqualität für die zukünftigen NutzerInnen und AnrainerInnen auf allen Gebäudeebenen und Terrassen.

<p class="gp-blog-image-legend">MAHÜ 10-18 | Simulationsmodelle | (C) GREENPASS</p>

Die Thermische Speicherfähigkeit behandelt die Verwendung von Materialien am Gebäude und im Freiraum und gibt an, wieviel Energie in den Materialien gespeichert wird. Pflanzen wandeln dabei die eintreffende Strahlungsenergie mit Verdunstungskühlung um und reduzieren somit die Hitzebelastung.

Der Abflussbeiwert ist eine Kenngröße für den Regenwasserrückhalt bzw. -speicherung und gibt an, wie viel Wasser direkt in die Kanalisation abfließt oder eben zurückgehalten wird und somit den Pflanzen zur Verdunstung zur Verfügung gestellt werden kann.

Die grünen Infrastrukturen funktionieren dabei wie Schwämme und können im Vergleich zu vorher 33% mehr Regenwasser speichern. Oder anders ausgedrückt insgesamt mehr als 2.500 m3 Wasser – so viel wie ca. 14.000 befüllte Badewannen.

Durch die intensive Bepflanzung bei MAHÜ 10-18 Wien kann an einem typischen Hitzetag auch 3-mal mehr CO2 gespeichert werden als zuvor, also ein wichtiger und wertvoller Beitrag zum Klimaschutz.

Ergebnisse

Im Vergleich zur Bestandssituation wird die Versiegelung durch die Neugestaltung des Quartiers MAHÜ 10-18 Wien um ca. 25% reduziert. In Summe werden ca. 3.000 m2 Grünflächen geschaffen – mehr als doppelt so viel als zuvor! Darunter auch die Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung.

Des Weiteren werden rund 50 neue Bäume gepflanzt – so viele wie normalerweise auf fast 1/4 ha Naturwald stehen – darunter auch Großbäume, die somit direkt ihre volle Ästhetik und klimatische Wirkung entfalten. Zusammen summieren sich die Pflanzen auf eine Blattfläche von ca. 2 ha – so viel wie ca. 2,5 Fussballfelder!

„Die neue Destination MAHÜ 10-18 Wien schafft mit dem ca. 1.000 m2 großen öffentlich zugänglichen Dachpark in einem der dichtesten & stark versiegeltsten Bezirken von Wien wichtige & wirkungsvolle Aufenthalts- & Grünbereiche für alle – die dabei auch positiv zum Klima beitragen!“

Florian Kraus CEO GREENPASS

Das Projekt zeichnet sich aber vor allem auch durch die Förderung der Biodiversität mit Animal Aided Design (ADD) aus. Neben standortgerechten und heimischen Arten werden auf dem Gebäude auch unterschiedliche Vegetations- und Habitatstrukturen, wie z.B. eine artenreiche Krautschicht, Totholz, Nistkästen als auch Bienen- und Vogelweiden gezielt eingesetzt.
Rund 80 % des gesamten Abbruchmaterials des Bestandgebäudes werden recycelt. Durch die Verwendung von recyklierten Materialien im Garten- und Landschaftsbau oder auch smarten Bewässerungssystemen für eine bedarfsgerechte Bewässerung – das heißt nur so viel Wasser wie notwendig – oder auch smarten Beleuchtungs­konzepten zur Reduktion von Lichtsmog, berücksichtigt die Quartiersentwicklung somit auch das Thema Ressourcenschonung. Das Gebäudeensemble umfasst dabei auch einen Fernwärme- und Fernkälteanschluss mit einer Wärmerück­gewinnungs­anlage sowie intelligente Beschattungssysteme für die Fassaden. Neben privaten Freiraum werden mit der öffentlich zugänglichen Dachterrasse somit auch sozial wichtige und barrierefreie Gemeinschafts- & Aufenthaltsbereiche zur Verfügung gestellt und gefördert.

Video

MAHÜ 10-18 Wien

GREENPASS GOLD *

* Stand: Entwurfsplanung
Name MAHÜ 10-18 Wien
Projekt-ID AT-2020-014
Toolbox
Assessment Competition PreCertification Certification
Adresse Mariahilfer Straße 10-18 1070 Wien
Verortung 48.2013276, 16.3590124
Fläche ca 0.7 ha
Baufertigstellung 2024
Kunde Bauträger & Entwickler
Planung Architektur
Landschaftsarchitektur
Zertifizierung Klimaresilienz
Steuerung Projekt

Impact

Ergebnisse

<p class="gp-blog-image-legend">IKEA Westbahnhof Wien | Impact | (C) GREENPASS</p>
<p class="gp-blog-image-legend">KUHLIO Frankfurt| (C) GREENPASS</p>

Media

<p class="gp-blog-image-legend">MAHÜ 10-18 | Visualisierung | (C) Signa</p>
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<p class="gp-blog-image-legend">MAHÜ 10-18 | Visualisierung | (C) Signa</p>